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Von wegen Schicksal
di Helga Reidemeister (Documentario/D/1979/117min/bn)
con Irene Rakowitz und ihrer Familie

Awards
German Film Awards 1979 Film Award in Gold Outstanding Individual New Director

Irene Rakowitz (48), Mutter von vier Kindern, ließ sich nach 20 Ehejahren von ihrem Mann Richard scheiden, um noch einmal zu versuchen, zu ihren eigenen Interessen und Bedürfnissen zu gelangen und sich nicht dauernd rechtfertigen zu müssen, wenn sie mal an sich selbst denkt. In Irene lernt der Zuschauer eine starke Persönlichkeit kennen, die viele Jahre lang als Teilzeithilfsarbeiterin arbeitete und jetzt als Schwerbeschädigte Sozialunterstützung bezieht. Sie möchte gern wieder arbeiten, wurde jedoch mit der Begründung abgelehnt, jüngere Frauen leisteten mehr. Im Film erzählt Irene selbstkritisch und mit aller Offenheit von den Problemen, die sie mit ihrer Familie hat, und wie sie versucht, diese Probleme zu überwinden.
Seither lebt sie mit den jüngsten Kindern in einem Betonhochhaus im Märkischen Viertel in Berlin. Ihr Ex-Ehemann, der alles was er erlebt als schicksalhaft betrachtet, wohnt fünf Stockwerke tiefer. Den Dreharbeiten von Von wegen Schicksal war eine lange Zusammenarbeit der Regisseurin mit der Protagonistin vorangegangen. Helga Reidemeister, die als Sozialarbeiterin im Märkischen Viertel tätig war, lernte dort Irene Rakowitz kennen. Rakowitz drängte Reidemeister schließlich die Filmakademie zu besuchen, und das Leben im Märkischen Viertel zu dokumentieren. „Das Bedürfnis aufzuzeigen, wie mein Wollen von anerzogenen Scheinwerten und vom Gängelband sogenannter Gesellschaftskonventionen verbogen und zunichte gemacht wurde, ließ diesen Film schließlich entstehen. In dem Maß, wie mein Selbstverständnis wuchs, wuchs auch die Erkenntnis, was in dieser Gesellschaft mit den Frauen passiert, welcher Platz uns zudiktiert wurde, wie wir zu sein und zu funktionieren haben – daß also meine Probleme kein Einzelschicksal, kein persönliches Versagen sind."
(Irene Rakowitz/http://filmhaus.polyfilm.at/muttertag/prog16.htm)