

Philipp Klarmann, ein junger Lehrer, übernimmt
seine erste Klasse und verliebt sich auch alsbald in eine Kollegin,
die ihn schon seit Jahren bewundert. Doch als sie ihm einem Freund von
ihr vorstellen will, kommt es zur Katastrophe. Es ist Philipps Jugendliebe.
Alte, längst verdrängte Erinnerungen kommen wieder ins Geschehen.
Nachdenklichkeit tritt zu Tage. Mitten im Faschingstrubel gerät
Philipp leicht angetrunken in eine Ost-Berliner Szenekneipe für
Schwule, dem Burgfrieden. Dort wird er massiv mit dem Gedanken konfrontiert
vielleicht doch schwul zu sein. Im verrückten Trubel der Verkleidungen
und unterschiedlichen Gesprächsthemen treffen sich Blicke. Es ist
Matthias. Während eines Konzertes kommt es zum Showdown. Philipp
verliert beide - seine Frau und seinen Lover. Doch es kommt noch schlimmer:
er reißt am 0st-Berliner "Märchenbrunnen" einen
seiner Schüler auf, was ihm schließlich seinen Beruf kostet.
Er hat alles verloren und doch eines gewonnen: sein "Coming Out."
Er steht dazu: er ist schwul. "Coming Out" von Heiner Carow
("Die Legende von Paul und Paula", "Die Russen kommen")
ist nicht nur der erste "schwule" Film der DDR. Es ist auch
der erste Film in dem die massive Ausländerfeindlichkeit und der
hohe Anteil neofaschistischer Tendenzen offen behandelt wird. Also vor
allem auch ein Zeitdokument aus einer Zeit, die mit dem Mauerfall zuende
ging. Nach der Uraufführung von "Coming Out" in Ostberlin
am Donnerstag, den 9. Nov. 1989 (!) gingen die Besucher über die
geöffneten Grenzübergänge in den Westen ...